Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel hat im letzten Jahr in einer Studie festgestellt, dass rund 11,3 Millionen Arbeitsplätze hierzulande potenziell ins Ausland verlagerbar sind. Hierbei sind nicht nur die Billigjobs sondern auch Arbeitsplätze von Hochqualifizierten betroffen. Momentan existieren zwar noch in einigen Ländern zu wenig qualifizierte Fachkräfte, um die hiesigen Spezialisten zu ersetzen. Länder wie Indien, China und Brasilien haben laut dem IWF in der letzten zeit allerdings stark aufgeholt. Eine Möglichkeit wäre die Produktivitätssteigerung der Fachkräfte hierzulande.
Der Trend zu Outsourcing und Ingenieurdienstleistung ändert in einigen Branchen das Anforderungsprofil für die Ingenieure, was vor allem in der Autoindustrie gut erkennbar ist. Viele große Unternehmen setzen viel daran, neben der Produktion auch ganze Entwicklungssparten ins Ausland zu verlagern. Ein Insider betonte vor kurzem, dass ein bayerischer Autobauer mittlerweile nur noch über sogenannte Projektverwalter verfüge, die von der eigentlichen Ingenieursarbeit nur wenig wissen. Den Großteil erledigen spezialisierte Dienstleister, bei denen man die Kosten stark drücken kann und bei geringer Auslastung keine Aufträge mehr vergibt. Laut den Autobauern schützt solch eine Art von Flexibilität die bereits bestehenden Arbeitsverträge.
Momentan gibt es immer weniger Stellenangebote, die in der Autoindustrie angeboten werden und es wird von einer Spaltung in Festangestellte und Zeitarbeiter gewarnt. Von den Zeitarbeitern erhalten gerade mal sieben Prozent nach dem Einsatz von den Unternehmen eine Festanstellung angeboten. Daneben dienen die vielen Zeitarbeiter in der Autobranche schon lange nicht mehr nur als Puffer für entstandene Auftragsüberhänge. Die Zeitarbeit hat sich im Laufe der Jahre zu einer dauerhaften und konstanten Arbeitsmarktsparte entwickelt, die man teils mit Sorge betrachten muss. Zum einen sind die Zeitarbeiter schlecht bezahlt und ständig von der Arbeitslosigkeit bedroht.



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