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90.000 Jobs in der Autoindustrie gelten laut einer neuen Studie als bedroht. Eine Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt, dass nach Auslaufen der Abwrackprämie die Zahl der Insolvenzen in der Automobilbranche steigern wird.
Besonders die Autohändler sind Opfer der Abwrackprämie, denn durch die Prämie ziehen viele Verbraucher den Autokauf vor und so wird es nach Ablauf der Prämie zu einem extremen Einbruch der Nachfrage kommen. Im Moment sind die Absatzzahlen bei vielen Händlern höher als 2008, allerdings wird es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Bumerangeffekt kommen und so wird jeder zweite deutsche Autohändler von Insolvenz bedroht sein. Gut 30.000 Arbeitsplätze seien im nächsten Jahr bedroht alleine bei den 27.000 Autohändlern. Durch die Wirtschaftskrise wurden die Probleme der Autoindustrie deutlich, auch wenn diese schon seit Jahren vorhanden sind. Gerade die Autohändler leiden unter einem zu großen Händlernetz und so ist die Rendite häufig gen Null. Einzig und alleine die Kostensenkung und eine Umstrukturierung innerhalb der Händlernetze durch die Hersteller, kann hier laut Studie noch etwas retten.

Besonders die großen Händlergruppen werden betroffen sein
Laut der Studie werden besonders die großen Händlergruppen von der sinkenden Nachfrage betroffen sein. Die Unternehmen, die in den letzten Jahren alles richtig gemacht hatten und stark in das eigene Wachstum investiert haben, leiden nun unter der Kreditklemme und werden mit Existenzängsten konfrontiert. Dies bestätigt auch der Verband der Automobilindustrie, denn auch hier wird deutlich gemacht, dass man damit rechne, dass das Absatzhoch im Moment zu einem Umsatzeinbruch führen wird. Für das laufende Jahr wird mit einer Verkaufszahl von 3,5 Millionen Fahrzeugen gerechnet, doch sobald die Abwrackprämie wegfallen wird, wird der Markt wieder stark schrumpfen.

Die Krise wird derzeit für das nächste Jahr erwartet, dies bestätigt auch der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer. 2010 wird laut seiner Prognose wohl jedes vierte Autohaus in Deutschland schließen müssen. 4.000 Markenhändler werden vom Markt verschwinden. Durch die Abwrackprämie sei nur das Tief und Überkapazität überdeckt worden, doch letztlich wird die Abwrackprämie ein konjunkturelles Strohfeuer bleiben. Viele Werkstätten und Händler werden vor dem Aus stehen und so empfindet Dudenhöffer die Abwrackprämie als reines Wahlkampfwerkzeug, welches die aktuellen Probleme verdeckt hat.

Doch nicht nur die Hersteller werden von der Krise betroffen sein, sondern auch deren Zulieferer. Laut Verband der Automobilindustrie werden circa 500 mittelständische Unternehmer betroffen sein und somit 322.000 Mitarbeiter der Zulieferer. Zudem gibt es noch zahlreiche Kleinbetriebe, die mit betroffen sein werden. Indirekt soll es sich um fünf Millionen Arbeitsplätze handeln, die unter dem Einbruch in der Automobilbrache leiden werden.



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