Klar, einige Vorzüge kann jeder aus dem Stegreif nennen: Leisere Fahrgeräusche, günstigere Betriebskosten und das gute Gefühl, emissionsarm und zukunftsgerecht auf die Straße zu gehen. Aber die Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt, sind in erster Linie bürokratischer Natur. Denn kaum jemand kann einem verbindliche Aussagen darüber geben, wie viel KFZ-Steuern man eigentlich zahlen muss oder was die Versicherungspolice kosten wird.

Keine Erfahrungswerte

Um die Beitrage für Autoversicherungen zu berechnen, bedienen sich Versicherer statistischer Daten, die über Jahre gesammelt wurden. Pannenstatistiken, Unfallstatistiken, aber auch demographische Daten der Halter und Fahrer spielen hier eine Rolle. Erst dann kann eine Typisierung in eine bestimmte Versicherungsklasse erfolgen. Bisher wurde dieses Verfahren erst für wenige Modelle durchgeführt, langfristige Daten fehlen natürlich immer noch völlig. Damit sieht sich so mancher Interessent für ein Elektroauto als Pionier auf unfreiwilliger Basis und ist deshalb verunsichert. Die Verkaufszahlen für die Elektromobile könnten durchaus von dieser mangelnden Transparenz ausgebremst werden solange keine einheitlichen und verlässlicheren Richtlinien kommuniziert werden. Bislang stellt sich die Frage nur den Herstellern oder Importeuren, denn als Serienfahrzeug und frei verkäuflich gibt es die meisten Elektroautos ohnehin noch nicht. Meist noch sind sie Teil einer Test- oder Vorführflotte oder gar noch Prototyp und daher nicht für Jedermann verfügbar.

Steuerfragen

Gleiches dürfte für die Besteuerung gelten. Abgaswerte, Hubraum und sonstige Eckdaten, die der Berechnung bisher zu Grunde lagen, kommen nun nicht mehr zum Tragen und neue Richtlinien müssen erst einmal erarbeitet werden. Eine grobe Planung sieht dabei vor, dass sich die Berechnung der Höhe der Steuern nicht mehr wie bisher nach dem Volumen des Hubraums richten soll, sondern die Daten zum zulässigen Gesamtgewicht bei der Berechnung entscheidend werden könnten. Außerdem ist ein Bonus vorgesehen, der den potentiellen Umsteigern auf Elektroantrieb sicherlich ein Anreiz sein wird, denn die Beiträge werden um die Hälfte reduziert.

Technische Unsicherheiten

Oft sind die Fragen, die Unsicherheit bei den zukünftigen Käufern der elektrischen Fahrzeuge auslösen aber vor allem ganz simpler und technischer Natur. So ist die Angst vorm Kurzschluss oder Stromschlägen durch den Starkstrom an Bord recht weit verbreitet. Die Hersteller halten hier dagegen und machen aufwändige Tests mit Wasser und Crashs, die wirklich alle Eventualitäten abdecken und Zweifel zerstreuen sollen. Auch bei der Frage, welche Werkstatt und vor allem welcher Pannendienst einem denn eigentlich weiterhelfen kann, wenn man dann mal eine Panne hat, gibt es bereits Antworten. Viele Werkstätten schulen bereits um, die Mitarbeiter der Pannendienste wie z.B. des ADAC werden ebenfalls auf Schaltkreise statt auf Zündkerzen umgeschult. Mit diesen Maßnahmen wird versucht, die Elektroautos auch in Sachen Serviceabdeckung ganz vorne mitfahren zu lassen.



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