Viele Smartphones und Navigationsgeräte sind bereits mit sogenannten Blitzerwarnern ausgestattet. Diese melden dem Fahrer alle auf seiner Route liegenden festinstallierten Blitzgeräte, dies ist jedoch in Deutschland bislang nicht erlaubt. Union und FDP haben aber einen Entwurf einer Gesetzesänderung vorgelegt, nach welcher diese Art von Warnung vor einem Blitzer gestattet sein soll. In einer Zone von 500 Metern sollen die Navigationssysteme und Smartphones künftig vor den Starenkästen warnen dürfen. Somit würde der Bereich, in welchem der Fahrzeugführer besonders vorsichtig fährt erweitert.

Doch noch ist das nutzen eines solchen Warngerätes in Deutschland nicht erlaubt, obwohl immer mehr Geräte diese Funktion mit sich bringen. Wird man in Deutschland mit einem solchen Gerät erwischt, muss man nicht nur ein Bußgeld in Höhe von 75€ bezahlen, sondern bekommt auch ganze 4 Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. In anderen Ländern sind die Strafen allerdings noch viel drastischer. In der Schweiz droht dem Nutzer eines solchen Gerätes eine Geldstrafe von mindestens 200€ und muss eventuell gar mit einer Freiheitsstrafe rechnen, das Gerät wird natürlich vernichtet.

In anderen Ländern wiederum ist die Nutzung dieser Technik völlig legitim. Tschechien, Albanien und die Türkei zählen unter anderem zu diesen Ländern. Sie sollten sich also vor dem Aufbruch in den Urlaub vergewissern, ob es mit Ihrem Gerät im Urlaubsland nicht eventuell Probleme geben könnte. Ein Navi Test klärt vor dem Kauf auf, ob eine solche Software auf den Geräten installiert ist oder nicht.

Rainer Wendt, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft äußerte sich gegenüber der dpa wie folgt:
«Dieser Vorschlag konterkariert nun wirklich alle Bemühungen von Polizei und Kommunen, die Geschwindigkeit im Straßenverkehr flächendeckend abzusenken, um die Zahl der Unfalltoten und Schwerverletzten im Verkehr abzusenken».

Peter Ramsauer, Bundesverkehrsminister (CSU), will die Gesetzesänderung davon abhängig machen, ob dadurch die Verkehrssicherheit wirklich gesteigert wird.

Markus Schäpe, der Leiter Verkehrsrecht des ADAC begrüßt den Vorstoß der Regierungsparteien:
«Diese geplante Legalisierung der Blitzerwarner vor stationären Messstellen an Unfallschwerpunkten stellt eine Anpassung des Rechts an die Realität dar, da de facto bisher keine Anzeigen und Bußgelder aktenkundig sind».

Bleibt abzuwarten, wie sich die Politiker entscheiden. Fakt ist, dass das Thema für weitere Diskussionen sorgen wird.



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