Bewohnern der bayerischen Landeshauptstadt wird es wahrscheinlich schon aufgefallen sein: eine Vielzahl von BMW 1er-Modellen sowie dem Mini in seinen verschiedenen Varianten, versehen mit einem bläulichen Muster und dem Schriftzug „Drive Now“.
Die Frage, was sich dahinter eigentlich verbirgt, werden dagegen nur wenige beantworten können, obwohl der Sachverhalt schnell erklärt ist. „Drive Now“ steht für einen neuartigen Mix, der die Vorzüge von Mietwagen und Carsharing vereint, jedoch bislang ausschließlich in München genutzt werden kann. Die Besonderheit dieses Mietwagen-Programms ist allerdings nicht ganz so einfach auf einen Nenner zu bringen; zu sehr heben sich sowohl Anmiet- und Abgabeverfahren sowie das Preismodell von der altbewährten Konkurrenz namens Sixt und Konsorten ab.

Erste Einschränkung: nur für Smartphone-Besitzer
Es sei bereits anfangs erwähnt, dass die „Drive Now“-Fahrzeuge grundsätzlich nur mit Smartphone gemietet werden können. Diese Notwendigkeit ist eine logische Folge der Philosophie hinter dem Mietmodell, dessen Ziel es ist, eine Vermietung ohne festen Abhol- und Rückgabeort zu ermöglichen – ganz so, wie es auch bei Fahrrädern seit geraumer Zeit praktiziert wird.
Zur Teilnahme bei „Drive Now“ will zunächst die „Drive Now“-App auf dem mobilen Alleskönner installiert werden, da diese im wahrsten Sinne des Wortes als Türöffner fungiert. Bereits an dieser Stelle gerät auch die Kostenspirale in Bewegung, und zwar in Form von 29 Euro einmaliger Anmeldegebühr. Regelmäßige Abgaben etwa in Form einer monatlichen Mitgliedsgebühr oder dergleichen entfallen im Gegenzug. Sind Installation und Anmeldung einmal abgeschlossen, entstehen weitere Kosten bloß durch den Kernpunkt von „Drive Now“, nämlich dem Mieten eines Autos. Dies geschieht nach folgendem Muster: über das Internet kann jederzeit eine Stadtkarte abgerufen werden, auf der die aktuellen Standorte verfügbarer Autos angezeigt werden. Was folgt, ist also der Weg zum am nächsten befindlichen Fahrzeug, welches bei Erreichen per Smartphone geöffnet werden kann. Dank dem Schlüssel, der sich stets im Zündschloss befindet, kann in diesem Moment auch schon die Fahrt beginnen.

Die Preisfrage: nur die Zeit zählt
Sobald der Motor angelassen wird, schaltet der Zähler in den „DriveNow Modus“, der mit pauschalen 29 Cent pro Minute berechnet wird, Versicherungen, Parkscheine und Benzinverbrauch inbegriffen. Wird die Fahrt unterbrochen, fallen dank dem „StayNow Modus“ bloß noch 10 Cent minütlich an.
Aus diesen Zahlen ergibt sich ein maximaler Preis von 17,40 Euro pro Stunde, die jedoch bei Nutzung eines Minis auf 14,90 Euro limitiert sind. Für zeitbewusste Menschen, die mit einem Stadtauto München erobern wollen, erweist sich das „Drive Now“-Programm somit als echte Option, ganz besonders bei spontanen Anmietungen, die im Übrigen genau so schnell enden, wie sie begonnen haben, nämlich durch die Verriegelung des Fahrzeugs per Smartphone an x-beliebiger Stelle in München.



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