Die Fahrzeugbesitzer sollten den neuen Ottokraftstoff E10 nicht einfach bedenkenlos tanken. Besonders bei älteren Fahrzeugen sowie Autos mit einer Direkteinspritzung könnten laut Experten gewisse Probleme auftreten. Selbst das Bundesumweltministerium hat betont, dass der neue Kraftstoff einen Schaden bei rund zehn Prozent aller Benziner hierzulande verursachen könnte. Dies wären laut dem Kraftfahrt-Bundesamtes momentan immerhin 3,5 Millionen Autos.

Der Buchstabe „E“ bedeutet Ethanol, welches dem Benzin bis zu einem Anteil von maximal zehn Prozent beigemengt wird. Gewonnen wird der Alkohol durch die sogenannte alkoholische Gärung aus stärke- und zuckerhaltigen Pflanzen wie beispielsweise Mais, Getreide oder Zuckerrüben. Die Erdölvorkommen werden bei dem Sprit E10 geschont, da sich der Benzinanteil auf der Basis von  Rohöl durch die Beimischung des Ethanol verringert.

Daneben trägt der Alkohol aus nachwachsenden Rohstoffen zur Verbesserung der Ökobilanz bei, da beim Verbrennen nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie die Rohstoffe vorher auch aus der frischen Luft gebunden haben. Kritiker sehen das jedoch anders. Dies wäre nur der Fall, wenn für den Pflanzenanbau keine Brach- bzw. Weideflächen sowie vor allem Wälder für weiteres Ackerland gerodet werden.

Um keine Überraschungen nach dem Tanken des neuen E10-Kraftstoffs zu erleben, sollten besorgte Fahrzeughalter einfach beim Autohändler oder direkt beim Hersteller anrufen und sich erkundigen. Unter Umständen kann der erhöhte Ethanolanteil im Sprit bei manchen Modellen zur Korrosion von Motorteilen führen und Dichtungen beschädigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Spritverbrauch, der bei dem neuen Kraftstoff E10 um rund zwei bis drei Prozent steigt. Im Gegensatz zum normalen Benzin ist die Energiedichte des Ethanol niedriger, weshalb der Verbrennungsmotor mehr Kraftstoff verbraucht. Diese Menge entspricht bei einem Mittelklassewagen auf 100 Kilometer jedoch nur einem kleinen Schnapsglas.



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