Zwischen der Europäischen Union und dem deutschen Autobauer Mercedes-Benz gibt es seit einiger Zeit Streit um ein verbotenes Kältemittel, das Mercedes für seine Klimaanlagen benutzt. Der zuständige EU-Kommissar, Antonio Tajani, hat der Bundesregierung eine Frist von 10 Wochen gestellt, ansonsten werden gegen den deutschen Autobauer Sanktionen verhängt.

Mercedes argumentiert, dass das Kältemittel R1234yf gefährlich sei und weigert sich deswegen, dieses für seine Klimaanlagen zu verwenden. Bei Tests mit dem Kältemittel R1234yf haben Testfahrzeuge Feuer gefangen. Das Kältemittel wird in der Klimaanlage im Kreis gefahren und nimmt dabei im Fahrzeuginneren Wärme auf und gibt diese wiederrum an die Umgebung ab. Das besagte Kältemittel ist zur Zeit das einzige, das die strengen EU-Auflagen erfüllt. Bis spätestens 2017 soll das bisher übliche Kältemittel R134a verschwinden, da es als klimaschädlich eingestuft wird.

Da bei Crashtests mehrere Mercedes-Fahrzeuge, deren Klimaanlagen mit dem neuen Kältemittel R1234yf betrieben wurden, Feuer fingen, weigert sich Mercedes-Benz seine Neuwagen damit auszustatten, obwohl die Verkaufszulassung nur für das neue Kältemittel gilt. Vergleichbare Probleme mit dem neuen Kältemittel sind bei anderen Fahrzeugherstellern nicht bekannt. Auch von Seiten des Herstellers heißt es, dass das Kältemittel R1234yf keine Gefahr darstelle. Das Kraftfahrtbundesamt plant eine Testserie, die endgültig Klarheit schaffen soll.

Eine mögliche Alternative bieten Klimaanlagen auf CO2-Basis bzw. Klimaanlagen, die komplett ohne Kältemittel auskommen. Solche Anlagen benötigen allerdings noch mindestens zwei Jahre bis zur Serienreife. Jedoch sind auch Anlagen auf CO2-Basis nicht ohne Risiken. Kohlenstoffdioxid ist ein geruchs- und farbloses Gas, welches in größeren Konzentrationen toxisch wirkt. Ein Ausströmen in den Fahrzeug-Innenraum muss daher ausgeschlossen werden.



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