Künftig sollen Fahrzeuge mit dem Notrufsystem eCall ausgestattet werden, was laut Unfallexperten schon lange überfällig sei. Laut der EU-Kommission könnten auf diesem Weg jedes Jahr über 2.500 Menschenleben gerettet werden, sofern die Fahrzeuge nach einem Unfall ein automatischen Notruf absetzen. Ab dem Jahr 2015 schreibt die EU nun bei allen Neuwagen solch ein Notrufsystem vor, welches automatisch bei einem Unfall die Rettungsleitstelle informiert. Damit lässt sich die Dauer bis zum Eintreffen der Rettungswagen wesentlich verkürzen, wie erste Pilotversuche ergeben haben. Die EU-Unfallexperten haben herausgefunden, dass auf ärztliche Versorgung in den ländlichen Gegenden nur halb so lange gewartet werden müsse. Teilweise entscheiden nur Minuten darüber, ob ein Unfallopfer sich vollständig erholen kann oder für immer ein Pflegefall bleibt. Im Durchschnitt vergehen derzeit ganze 72 Minuten, bis ein Unfallopfer in dem Krankenhaus ankommt. Laut einer Studie hätten rund 25 Prozent der Opfer gerettet werden können, sofern die Rettungskräfte schneller vor Ort gewesen wären. Aus technischer Sicht ist die Aufrüstung der Neuwagen mit solch einem Notrufsystem überhaupt nicht problematisch. In Zukunft werden auch noch andere Sicherheitssysteme wie beispielsweise ein Brems- oder Spurhalteassistent hinzukommen. Sämtliche Daten der Sensoren können so bei einem Unfall direkt an die Notrufstelle weitergeleitet werden, selbst wenn der Autofahrer zum Beispiel bewusstlos ist. Im Grunde könnten noch viel exaktere Daten geliefert werden, die den genauen Unfallhergang detailliert wiedergeben. Beispielsweise könnte die Sitzbelegungserkennung Auskunft über Anzahl der Mitfahrer geben, welche eventuell Schaden von dem Unfall davongetragen haben könnten. Daneben wäre durch Beschleunigungssensoren festzustellen, ob es ein Überschlag des Autos gegeben hat. Somit könnten die Notärzte schon vor dem Eintreffen am Unfallort ungefähr abschätzen, mit welchen Verletzungen sie bei dem Unfall rechnen müssen.



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